Ärger um Goldgewinnung in Nordgriechenland

Am Wochenende (16/17.02.2013) kam es wieder zu Protesten und Ausschreitungen in Skouries / Halkidiki. Vor dem Hintergrund der ständig steigenden Goldpreise gibt es Pläne, in dieser entlegenen Ecke Nordgriechenlands, ca. 2 Fahrstunden von Thessaloniki entfernt, die industrielle Goldgewinnung (wieder-)aufzunehmen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag überfiel eine Gruppe von etwa 40 bis 50 Personen das Gelände des Bergbauunternehmens „Hellenic Gold“; dabei wurden Vier Personen verletzt und es kam zu erheblichen Sachschäden. 

Der Ablauf des Anschlags
Die mit Karabinern und Molotovcocktails bewaffneten Angreifer brachen in das Betriebsgelände ein und überwältigten die Mitarbeiter des Wachdienstes. Diese fesselten sie und übergossen sie dann mit Benzin und drohten damit, es zu entzünden. Zudem legte die Gruppe an mehren Stellen auf dem Gelände Brände. Zahlreiche Maschinen, Container, Generatoren und Büros des Unternehmens wurden dabei zerstört. Anschließend fällten die Täter einige Bäume, um der Feuerwehr die Zufahrt zu erschweren und ergriffen die Flucht. Die Polizei hat 33 Personen vorläufig festgenommen.

 

Skouries-Lage

Anschlag auf Bergbauunternehmen auf der Halbinsel Halkidiki, s. Lagebild rechts

Kritik seitens der Regierung u. Parteien
Der Anschlag wurde vom griechischen Innenministerium und allen politischen Parteien, einschließlich des Linksbündnisses SYRIZA und der kommunistischen Partei KKE scharf kritisiert. Der Schutz ausländischer Investitionen sei verpflichtend und die so geschaffenen Arbeitsplätze in Griechenland.

Hintergrund – Umweltschäden befürchtet
In der malerisch gelegenen und nur dünn besiedelten Gegend gibt es seit Jahrtausenden Erzabbau, hier wurde in der Antike der berühmte Philosoph Aristoteles geboren und schon Alexander der Große hat der Legende nach dort Gold fördern lassen, um seine Feldzüge zu finanzieren.

Die Arbeitsgemeinschaft Hellas Gold aus dem kanadischen Bergbauunternehmen Eldorado Gold (95%) und dem griechischen Baukonzern Aktor(5%) will auf über 38 km² bis Anfang 2026 in großem Maßstab Gold gewinnen: neben Silber, Kupfer, Blei und Zink sollen insgesamt 250 Tonnen Gold abgebaut werden, vorwiegend in Skouries und aus der reaktivierten Mine in Olympiada.
Seit Projektbeginn im Februar 2012 wurden 1.200 neue Arbeitsplätze geschaffen, aber Goldabbau ist belastend für die Umwelt und unterliegt deshalb z.B. Richtlinien der EU zum Schutz der Umwelt. Deshalb wollen Bürgerinitiativen den Abbau von Gold verhindern. Aktuell begannen kürzlich die Rodungsarbeiten an drei Waldgebieten mit großteils unberührten Buchen-, Pinien- und Eichenwälder. Organisierte Bürger fürchten außerdem eine akute Wasserverschmutzung. Dadurch seien auch der örtliche Tourismus, die Imkerei, sowie Viehzucht und Fischerei betroffen, erklären Gegner des Hellenic-Gold-Projektes. Auch gesundheitsschädigende Metalle wie etwa Blei, Kupfer und Quecksilber würden in die Umwelt gelangen.

Unter der Rubrik "Aktuelles" möchten wir Sie auf aktuelle Ereignisse mit Bezug zu Griechenland informieren. Neben diesen allgemeinen Notizen gibt es Informationen für den juristisch interessierten Besucher unter "Neu Eingestellt -Jura" im linken Menü der Homepage www.ra-rath.com. Beide Rubriken werden gelegentlich aktualisiert -- schauen Sie also gerne öfters einmal bei "Aktuelles" und "Neu Eingestellt -Jura" herein!
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