Die Untersee-Umgehungsstrasse von Thessaloniki

Die Thessaloniki Underwater Artery, griech. Υποθαλάσσια αρτηρία Θεσσαλονίκης ist ein Beispiel für staatliche Fehlplanung und Verschwendung von Steuergeldern in Thessaloniki, Griechenland.

Thessaloniki Underwater Artery

No Underwater Artery built in Thessaloniki

2003 wurde das Projekt ausgeschrieben bei einem Kostenvoranschlag von 472 Mio Euro. Es sollte eine 6,2 km lange Entlastungsroute der verkehrsreichen West-Ost-Achse (neue Küstenstrasse) gebaut werden, wobei 2 km unter dem Meeresboden liegen sollten. Schon vor der Vertragsunterzeichnung im Oktober 2006 an ein Konsortium aus drei in- und ausländischen Baufirmen gab es massive Kritik, haupsächlich wurden die 30jährige Mauterhebung durch die privaten Betreiber gerügt bei fehlender Entlastung des Verkehrsaufkommens im Stadtzentrum.
So bildeten sich Bürgerinitiativen und reichten Klagen ein gegen den geplanten Abriß historischer Gebäude, die den Haltestellen und Zufahrten weichen sollten. Beim Staatsrat, dem obersten Verwaltungsgericht Griechenlands, wurden Beschwerden rechtshängig wegen mangelhafter Umweltgutachten. Der Archäologische Zentralrat KAS -beim griechischen Kulturministerium- erstellte ein Fachgutachten, welches im März 2008 vom Kultusministerium angenommen wurde, wonach der Tunnel statt ursprünglich 15 Meter, nun 25 Meter unter dem Meeresgrund gegraben werden sollte. Neben neuen technischen Untersuchungen mußte eine völlig neue Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen und die Kostenansätze erhöhten sich auf 1 Milliarde Euro – allein 100 Mio Euro für zusätzliche archäologische Ausgaben. Darauf kündigte die öffentliche Hand den Vergabevertrag und die Bauunternehmer ihrerseits verklagten den Fiskus auf 410 Mio Euro Schadensersatz. Im März 2016 erlangten sie ein Urteil, daß die öffentliche Hand für den Schaden aufzukommen habe, der sich mit Zinsen auf über 90 Mio Euro summiert. Eine Rate von 3,7 Mio wurde im Januar 2015  bezahlt, und auch der Sonder-Staatsanwalt für Korruptionsdelikte hat sich eingeschaltet und läßt die Steuerfahnder ermitteln.

Fazit:  Diese public-private-partnership  (oder deutsch ÖPP für „Öffentlich-Private Partnerschaft“)  läßt für das stagnierende Projekt der Metro Thessaloniki nichts Gutes erwarten.

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