Archive for the ‘Allgemein’ Category

Nicht nur der Café frappé wird 2017 deutlich teurer

Donnerstag, Dezember 29th, 2016

Der im November im Athener Parlament verabschiedete Haushalt für 2017 beinhaltet  neue Steuern iHv. 2,6 Mio. Euro.

Ab dem 01.01.2017 erhöhen sich signifikant die Steuersätze beim Einkommen aus Immobilien, aus gewerblicher und landwirt-schaftlicher Tätigkeit, bei Kraftstoff und Zigaretten. Neue Steuern werden erhoben für Kaffee, Festnetztelefonie, Pay TV und elektronischen Zigaretten.

Die Abschaffung der ermäßigten Steuersätze bei der Umsatzsteuer auf den Ägäis-Inseln wurde dagegen zurückgestellt wegen der besonderen Belastung durch die dort ankommenden Flüchtlinge; d.h. der landesweite Regelsteuersatz von 24 % USt wird  ab 01.01.2017 für die Ägäis nur im touristischen Rhodos und in Karpathos eingeführt.

Feiertage 2017 in Griechenland

Freitag, Dezember 9th, 2016

Griechische Feiertage 2017

01.01.2017   Neujahricon 4
06.01.2017   Heilige Drei Könige
27.02.2017   Rosenmontag
25.03.2017   Nationalfeiertag (Revolution 1821)
14.04.2017   Karfreitag
16 – 17.04.2017   Ostersonntag / -montag
01.05.2017   Maifeiertag
04 – 05.06.2017  Pfingstsonntag / -montag
15.08.2017    Mariä Himmelfahrt
26.10.2017    Tag des Hl. Dimitrios (Thessaloniki)
28.10.2017    Nationalfeiertag (Ochi-Tag)
17.11.2017     Polytechnio-Tag (schulfrei)
25-26.12.2017   Weihnachten

Zahlen zur illegalen Beschäftigung in Griechenland

Mittwoch, November 16th, 2016

22. November 2016

Schwarzarbeit sind legale Tätigkeiten (nicht Straftaten), die aber illegal ausgeführt werden z.B. die Werkleistung des Klempners, der bar ohne Rechnung bezahlt wird, ohne dabei Umsatzsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.

In Deutschland wird ihr Anteil auf  5–10 % des Bruttoinlandsproduktes geschätzt; dies liegt im internationalen Mittelfeld. Die Schwarzarbeit ist verpönt und wird vom Finanzministerium mittels der Zollverwaltung bekämpft; aktuell ist hierzu eine neue Gesetzesinitiative in Arbeit.

In Griechenland gibt es Anzeichen, dass die
Schwarzarbeit leicht zurückgeht, allerdings
macht die illegale Beschäftigung hier geschätzt zwischen 20 und 25 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts aus.

Nach einer aktuellen Veröffentlichung der Universität von Makedonien in Thessaloniki liegt  die Quote für das Jahr 2015 bei  22,4% des BIP, was € 42,8 Mrd entspäche.     Damit gäbe statistisch gesehen jeder Grieche durchschnittlich € 750.- jährlich für Schwarzarbeit aus.
Die Gründe seien vielfältig und die seit 2008 andauernde Wirtschaftskrise verschärfe die Situation, da die grassierende Arbeitslosigkeit und die hohen Steuern bei den Bürgern den Spielraum für Ausgaben sehr einschränkten. So sei Schwarzarbeit häufig die einzige Möglichkeit, überhaupt seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.

Steuerhinterziehung wird oft als Kavaliersdelikt angesehen: „Die Bürger haben den Eindruck, sie bekommen nur qualitativ schlechte Dienstleistungen vom Staat und dem Gesundheitssystem etc, weshalb viele nicht einsehen, warum sie Steuern oder Sozialabgaben zahlen sollten und lieber schwarz arbeiten .“

Hinzu komme, dass die steuerlichen Verpflichtungen, auch bei den online-Steuererklärungen, ein solches Ausmaß angenommen haben, dass man ihnen ohne Steuerberater nicht mehr nachkommen könne.

weiterführend:
http://www.efsyn.gr/arthro/panakrivi-mas-diafthora
http://www.ekathimerini.com/214327/article/ekathimerini/business/shadow-economy-costs-the-state-16-bln-euros-a-year

Gleichgeschlechtliche Partnerschaft nun auch in Griechenland

Mittwoch, Januar 27th, 2016

Die sog. „Homo-Ehe“ , also die gleichgeschlechtliche Partnerschaft, ist nun auch in Griechenland gesetztlich anerkannt.homolove Für das entsprechende Gesetz stimmten im Athener Parlament am 23. Dezember 2015 eine Mehrheit von 193  der 249 anwesenden Abgeordneten, 56 waren dagegen.

Damit ermöglicht Griechenland als einer der letzten EU-Staaten gesetzlich die eingetragene Partnerschaft gleich- geschlechtlicher Paare.

Das Gesetz gilt seit 25.Januar 2016, als sich auch bereits die ersten, meist männlichen, Paare erste homo Partnerschaftbei den Standesämtern eintragen liessen.
Die Gleichstellung betrifft erbrechtliche, versicherungs- und rentenrechtliche Aspekte, nicht aber beispielsweise das Adoptions- und Melderecht.

Auch bei Steuern und Sozialleistungen sollen nun in Griechenland die o.g. neue Eingetragene Gleichgeschlechtliche Partnerschaft und die notariell
beurkundete Nichteheliche Lebensgemeinschaft gleichbehandelt werden (unterschiedlichen Geschlechts -eingeführt schon 2008 durch Gesetz Nr. 3719/2008) .

Nach den Parlamentswahlen vom 20.September 2015

Mittwoch, Oktober 14th, 2015

Wahlsieger Alexis Tsipras: „Wir müssen die Zähne zusammenbeißen“

09.10.2015

Trotz eines laut Umfragen vorhergesagten Kopf-an-Kopf Rennens kam es anders. Die linksgerichtete Partei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras gewann die vorgezogenen Parlamentswahl im September deutlich: mit 35,46 % der Stimmen lag sie klar vor der zweitstärksten Partei, der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (mit 28,09%).  tsipras 2015
Im Eiltempo kam es danach zu einer Neuauflage der Regierungskoalition mit der kleinen rechtspopulistischen Partei Unabhängige Griechen (3,7 %): mit dieser hatte Tsipras bereits nach der vorangegangenen Wahl im Januar regiert.

Gut zwei Wochen nach seinem Wahlsieg hat ihm das Parlament in Athen am 08.10.2015 das Vertrauen ausgesprochen. In namentlicher Abstimmung stimmten alle 155 Abgeordneten seiner Koalitionsregierung mit „Ja“, während erwartungsgemäß 144 Abgeordnete mit „Nein“ stimmten. Damit erreichte Tsipras die absolute Mehrheit im Parlament, das 300 Sitze hat.

parlament sitze sept 2015Vor der Abstimmung hatte Tsipras eine rasche Umsetzung der von den Geldgebern geforderten Reformen versprochen. In seiner Regierungserklärung sagte er dazu, den Griechen stünden schwierige Zeiten bevor. „Wir müssen die Zähne zusammenbeißen“, sagte er. Griechenland war im Juli vor der Staatspleite und einem drohenden Austritt aus der Euro-Zone durch ein milliardenschweres drittes Hilfspaket der Euro-Staaten bewahrt worden, musste sich dafür aber zu harten Sparauflagen verpflichten.

Mit den Wahlen gelang es Tsipras, den rebellischen linken Flügel seiner Partei loszuwerden und sich ein stabiles Mandat der Wähler zu sichern. Die Wahlbeteiligung war mit nur 56,55% sehr gering. Deshalb und wegen der großen Unentschlossenheit vieler Wähler war in den Medien ein knapperes Ergebnis erwartet worden.

Seit dem Beginn der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise vor sechs Jahren gab es in Griechenland bereits fünf Regierungen. Die griechische Wirtschaft ist seither um ein Fünftel geschrumpft, jeder Vierte ist derzeit arbeitslos.

Quelle: www.hellenicparliament.gr/Vouleftes/Ana-Koinovouleftiki-Omada/

Gerichte schliessen wegen Referendums

Donnerstag, Juli 2nd, 2015

Die griechischen Gerichte bleiben wegen der überraschend auf Sonntag, den 05.07.2015 angesetzten Referendums für eine Woche (vom 30.06.bis 08.07.2015) geschlossen.

Auf eine Beschwerde zweier Bürger tritt zuvor am Freitag mittag der Staatsrat, das höchste griechische Verwaltungsgericht, zusammen, um über die Verfassungsmäßigkeit des Referendums zu beschliessen. Bis zum Abend wird vom Plenum des Gerichts entschieden, ob die Massgaben des Art. 44 Abs.2  griech. Verfassung und  des Durchführungsgesetzes Nr. 4023/2011 hier erfüllt sind und eine Volksabstimmung wie geplant stattfinden kann.

Inzwischen hat sich die Lage vor den Banken beruhigt, die bis nach dem Referendum geschlossen bleiben, wo an den Geldautomaten nur € 60 täglich abgehoben werden können. Polizisten hatten anfangs teilweise für Ordnung gesorgt.

Jedoch stehen nun an den wenigen hierfür geöffneten Banken (s. Bild unten)              viele besorgte griechische Rentner an, welche oft keine Bankkarten besitzen, um sich € 120.- von ihrer Rente auszahlen zu lassen. Rentner

Der Text des Wahlzettels lautet auf Deutsch:   «Soll die geplante Vereinbarung von EZB, EU-Kommission und IWF, die am 25. Juni 2015 in die Eurogruppe eingebracht wurde und aus zwei Teilen besteht, angenommen werden?» Und weiter: «Die zwei Teile sind die ‹Reformen für die Vollendung des laufenden Programms und darüber hinaus› und die ‹vorläufige Schuldentragfähigkeitsanalyse›.»

 

 

Verkehrstote in Europa

Samstag, Mai 9th, 2015

Im Jahr 2014 sind in Europa 25.700 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben – damit liegt die Zahl der Verkehrstoten -nach Angaben der EU-Kommission vom Frühjahr 2015-  europaweit auf dem niedrigsten Stand seit Einführung dieser  EU- Statistik i.J. 2001. roadsafety 2014-total fatalDie Unfallquote nach Mitgliedstaaten ist dabei höchst unterschiedlich.   Griechenland ist mit 72 Verkehrstoten pro einer Million Einwohner deutlich unsicherer als der EU-Durchschnitt mit 50,5 Toten; während Deutschland wie in den Vorjahren wieder sicherer als der Durchschnitt ist (42 Tote, allerdings bei einem Anstieg von 1% zum Vorjahr).
Zum Vergleich: 2003 lag der EU-Durchschnitt noch bei 107 Toten pro einer Million Einwohner, in Deutschland 85 und in Griechenland 193 Tote. Von diesem hohen Niveau ausgehend war über die Jahre ein starker Rückgang zu verzeichnen, der sich insbesondere in Griechenland sehr positiv auswirkte, wie die statistischen Zahlen für den Vergleich der Jahre 2010 und 2014 verdeutlichen:roadsafety 2000 to 2014Die traditionell sichersten Länder sind statistisch gesehen  Schweden und Großbritannien (i.J. 2014 hatten beide 29 Tote) und die wenigsten Tote hatte Malta zu beklagen (26 Opfer pro einer Million Einwohner).

Ein genauerer Blick macht weitere Unterschiede deutlich: in Griechenland ist der Anteil der getöteten Radfahrer mit 2 % am niedrigsten von allen Ländern der EU (Durchschnitt EU: 8%), roadsafety 2014-cyclistswährend der Anteil in Deutschland bei 11 % und in den Niederlanden sogar bei 24% liegt. Hier zeigt sich deutlich das unterschiedliche Aufkommen an Radfahrern: diese sind in Griechenland (noch) sehr selten auf den Straßen zu sehen.

Andererseits ist der Anteil der Motorrad- / Mopedfahrer am Straßenverkehr in Griechenland sehr roadsafety 2014-motocycleshoch und leider auch ihr Anteil an den gesamten Verkehrstoten in GR mit 29% (EU-Duchschnitt: 15% und in D: 17%).

 
Mit jeweils 17% gleichauf liegen D und GR dagegen nach den EU-Angaben
beim Anteil, den Fußgänger im Verhältnis zur Gesamtzahl der Verkehrstoten ausmachen (und damit beide deutlich unter dem EU-Duchschnitt von 22%).

Virales GR-Video… des ZDF

Mittwoch, April 1st, 2015

Die neue Ausgabe der ZDF-Kabarett-Show “Die Anstalt”

die-anstalt
die sich mit der Griechenland-Problematik beschäftigt, sorgt in den griechischen Medien für Furore.

Ein Ausschnitt mit griechischen Untertiteln ist auf der deutschen Internet-Seite “Ich bin Grieche” hochgeladen worden und erreicht derzeit über youtube in Griechenland massenhafte Verbreitung. Betont wird auch, daß der Original-Beitrag im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen lief.

Parlamentswahlen am 25.01.2015

Donnerstag, Januar 8th, 2015

Da die Athener Regierungskoalition aus Konservativen (Nea Dimokratia) und Sozialisten (PASOK) bei der Präsidentschaftswahl im Dezember 2014 für ihren Kandidaten zum Amt des griechischen Staatspräsidenten dreimal nicht die nötige Mehrheit erreichte, mußte laut griechischer Verfassung das Parlament aufgelöst und Neuwahlen ausgeschrieben werden.flags-gr-eu
Diese finden nun am Sonntag, den 25.01.2015 statt und sind von besonderem Interesse: Die laut Umfagen führende Linkspartei SYRIZA will die von der bisherigen Regierung mit der sog. Troika geschlossenen Vereinbarungen nicht einhalten. Es kommt daher -wie schon vor 3 Jahren-  zu europaweiten Sorgen um einen möglichen Austritt Griechenlands aus der EU-Währungsunion.

Makedonisches Grab Amphipolis

Samstag, November 22nd, 2014

21.11.2014

Die Ausgrabung des makedonischen Grabes in Amphipolis machte in den griechischen Medien den ganzen Sommer und Herbst 2014 Furore Amphipolis-mosaik

und sorgte mit aufeinanderfolgenden Entdeckungen in der griechischen Öffentlichkeit ständig für neuen Gesprächsstoff. Unter dem riesigen, einst mit einer kolossalen Löwenstatue
bekrönten Grabhügel, der von einer 500 m langen kunstvollen Marmormauer umgeben war, fanden sich im geplündertem Grab aus der Zeit um 300 v.Chr. drei aufeinanderfolgende Kammern und 1,5 m unter der letzten die eigentliche Grablege eines Mannes in Körperbestattung.
Einen räumlichen Einruck vermittelt ein kleines Video:  3-D-Schema

Die verschiedenen FundeAmphipolis-mauersteine, etwa das  Fußbodenmosaik in der zweiten Kammer, s.o., die Karyatiden in der ersten Kammer, s. links unten
Amphipolis-caryatdis

sowie das Skelett müssen   nun gründlich ausgewertet werden. Am morgigen Samstag (22.11.2014) will der zuständige Kultusminister aus Athen nach Amphipolis kommen und hat nach seinem Besuch des Grabes eine Pressekonferenz angekündigt.Amphipolis-small-fdgs